Walter Bangerter
* 1891 in Langenthal bis † 1962
Biographie: Walter Bangerter war ein Schweizer Künstler, der vor allem das Leben in Bars, Tanzlokalen und Varietés festhielt. Seine Bilder zeigen häufig elegante, aber zugleich melancholische Szenen des städtischen Nachtlebens – Menschen zwischen Nähe, Einsamkeit und Unterhaltung.
Geboren wurde er 1891 in Langenthal. Früh zog es ihn nach München, wo er ab 1910 beim ungarischen Maler Simon Hollósy studierte. Schon in jungen Jahren bewegte er sich im Umfeld der modernen Kunstströmungen und stellte 1914 gemeinsam mit Künstlern wie Paul Klee, Oskar Kokoschka und Alexej von Jawlensky in der Münchener Neuen Secession aus.
NS-Zeit: Während des Zweiten Weltkriegs lebte Bangerter überwiegend in Berlin und arbeitete dort als Illustrator für Zeitschriften wie Zeit-Echo und Aktion. Außerdem schuf er Märchenillustrationen für den Verleger Bruno Cassirer. Später ließ er sich in Genf nieder und pflegte Kontakte zur dortigen Kunstszene, unter anderem zu Maurice Barraud und Eugène Martin.
Werk: Seine Werke wirken oft wie Momentaufnahmen aus einer anderen Welt: rauchige Tanzlokale, Varietés, Spiegel, Wein, Musik und Menschen, die trotz Gesellschaft isoliert erscheinen. Besonders deutlich wird das im Gemälde „Tanzlokal“, in dem eine allein sitzende Frau den tanzenden Paaren im Hintergrund gegenübergestellt wird. Dadurch entsteht ein starker Kontrast zwischen Eleganz, Sehnsucht und Einsamkeit.
1962 starb Bangerter in Genf. Seine Kunst blieb jedoch präsent; 1975 widmete ihm das Kunstmuseum Bern eine größere Ausstellung.