Gerhard Windisch
* 1895 in Leipzig bis † 1961
Biographie: Gerhard Windisch wurde am 14. Juni 1895 in Leipzig geboren; seine Mutter war die Stickerin Anna Dora Windisch. Er wuchs zunächst mit dem Besuch der Bürgerschule auf, bevor er von 1909 bis 1912 die sog. Kühnsche Handelsschule in Leipzig besuchte. Parallel zu dieser Ausbildung absolvierte er eine Lehre bei der Firma C. A. Schönberg in Leipzig.
Direkt im Anschluss arbeitete er 1912–1914 als Kontorist bei der Firma Arthur Beck in Leipzig, danach 1915 bei der Firma K. F. Köhler. Auch der Ausbruch des Ersten Weltkrieges fiel in diese Phase: Von 1915 bis 1918 war er Soldat.
Nach dem Krieg zog es ihn zurück in die Welt der Kunst: Er besuchte Gastweise die Staatliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe Leipzig und arbeitete fortan als freier Künstler. In der Zeit von 1924 bis 1939 war Windisch praktisch tätig als Graphiker und zugleich „reisender“ Angestellter bei der Firma Friedrich Bolkenius in Leipzig.
Privat änderte sich sein Leben ebenfalls: 1925 wurde seine Tochter geboren, die er Anna Theodora nannte; im Sommer 1928 und erneut 1929 hielt er sich in Paris auf — Erlebnisse, die vermutlich seinen künstlerischen Horizont erweiterten. Im Jahr 1931 heiratete er die Frau Frida Helene Zschau und beteiligte sich im selben Jahr an der Ersten Großen Leipziger Kunstausstellung.
NS-Zeit: Während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit — von 1939 bis 1949 — war Windisch als Angestellter der Stadt Leipzig im Amt für Handel und Versorgung tätig.
Werk: Windisch war sowohl Maler als auch Graphiker — er schuf Öl-Gemälde, Radierungen, Zeichnungen und Akte. Ein Beispiel seiner druckgrafischen Arbeit ist die Radierung Drei Clowns (ca. 1928). Sie ist handsigniert und bezeichnet — ein „Probedruck“ — und belegt, dass Windisch sowohl mit technisch anspruchsvoller Druckgrafik arbeitete als auch als freier Künstler wahrgenommen wurde. Ein weiteres bekanntes Werk trägt den Titel Science de femme — ebenfalls eine Original-Radierung, die auf Windisch als „Milewsky“ zurückgeht. In Angeboten wird er gelegentlich als deutsch-österreichischer Künstler bezeichnet, was jedoch — wie in der überlieferten Biografie klar — falsch ist. Auch existieren Ölgemälde wie das bei Auktionen gezeigte Bild mit dem Titel Früher Morgen in der Stadt — eine städtische Szene, die zeigt, dass Windisch nicht nur figürlich oder erotisch arbeitete, sondern auch städtische Landschaften und Architektur darstellte.