Carl Lohse

* 1895 in Hamburg bis † 1965

Biographie: Carl Lohse wurde am 24. Oktober 1895 in Hamburg geboren. Er war ein deutscher Maler des Expressionismus. Durch die Förderung von Alfred Lichtwark konnte er von 1909 bis 1910 die Staatliche Gewerbeschule und die Malschule von Arthur Siebelist in Hamburg besuchen. Im Jahr 1913 studierte Lohse an der Akademie in Weimar bei Albin Egger-Lienz und Fritz Mackensen. Zu dieser Zeit lernte er auch Otto Pankok kennen, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verband. Daraufhin besuchte Lohse seinen Freund Pankok in der Zeit zwischen 1913 und 1914 auf dem Lande im oldenburgischen Dorf Dötlingen. Otto Pankok schreibt darüber: „Es begann ein herrliches Jahr in Dötlingen in ungeheurer Einsamkeit, ein Schwelgen in Kohle und Papier, ein Suchen nach dem Wesen des Menschlichen. Ich suchte der Natur und den Elementen so nahe zu sein wie diese einfachen Menschen in ihren Hütten und auf ihren Feldern, zu denen mein Instinkt mich getrieben.“ Mit großer Wahrscheinlichkeit holte sich Lohse in Dötlingen Inspiration für eine Reihe seiner ländlichen Motive. In dieser Zeit besuchte er auch Galerien in Holland und erlebte dabei unter anderem die Werke von Vincent van Gogh, die ihn in seinem Schaffen beeinflussten. Im Jahr 1915 ging Lohse wegen des Kriegsdienstes nach Nordfrankreich. Dort erlebte er die Schlachten an der Somme, wurde verschüttet und entkam nur knapp dem Tode. 1916 geriet er in englische Gefangenschaft und musste in den Steinbrüchen von Calais arbeiten. 1919 wurde Lohse aus der Kriegsgefangenschaft, zuletzt im Lager Hammelburg in Bayern, entlassen und kehrte nach Hamburg zur Mutter zurück. Danach ging er zum Arbeiten nach Bischofswerda, wo er den größten Teil seines Lebens verbrachte. Dort blieb er bis 1921. Dieser Zeitraum wird als seine erste Schaffensperiode bezeichnet, in der seine expressionistischen Frühwerke entstanden. Das hier zwischen 1919 und 1921 entstandene Frühwerk gilt als besonders bemerkenswert. Abstraktion und Vereinfachung sind bei Lohse auf die Spitze getrieben. In dieser Zeit, genau genommen im Jahr 1920, nahm er an einer Ausstellung der Dresdner Sezession Gruppe 1919 in der Galerie Ernst Arnold in Dresden teil. Im Frühsommer des gleichen Jahres kehrte er jedoch nach Hamburg zurück, um dort mit freischaffenden Tätigkeiten und Gelegenheitsarbeiten seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Im Jahr 1925 heiratete er Johanna Scheumann (1894–1977). Aus der Ehe stammten die Töchter Maria verh. Gundlach (1928–2018) und Gerda verh. Sieber (1931–2016). Mit seinem Umzug 1929 nach Bischofswerda begann seine zweite Schaffensperiode. Er lebte bis 1965 in Bischofswerda, unterbrochen von Malstudien im Sommer 1935, 1936 und 1937 an der Ostsee. Zwischen 1958 und 1959 weilte er für Studienaufenthalte mit Erhard Hippold an der Ostsee. Er verstarb am 3. Mai 1965 in Bischofswerda. Grabstätte von Carl Lohse auf dem Alten Friedhof in Bischofswerda
Die Grabstelle Lohses befinde sich auf dem Alten Friedhof Bischofswerda. Ein Großteil von Lohses Arbeiten befindet sich in Privatbesitz. Das Museum in Bautzen besitzt die größte öffentliche Sammlung von Lohses bedeutendem Frühwerk. Diese 32 Werke wurden im Jahr 2005 für 270.000 Euro (davon 40.000 Euro von der Stadt selbst gestellt, der Rest von Sponsoren und Stiftern) in Abstimmung mit der Carl-Lohse-Galerie in Bischofswerda aus Privatbesitz erworben, da sie selbst nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfügte, die Werke anzukaufen. Damit ist ein wichtiger Teil von Lohses Werk wieder in seine Entstehungsregion zurückgekehrt.

NS-Zeit: Zwischen 1939 und 1945 musste er seine künstlerische Arbeit unterbrechen. Er übte kaufmännische Tätigkeiten aus und wurde zum Volkssturm eingezogen. Bereits im Jahr 1946 war er an der Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung in Dresden beteiligt. Zu diesem Zeitpunkt begann seine dritte Schaffensperiode. Diese reichte bis zu seinem Tod 1965. Eine Personalausstellung im Jahr 1951 in Zittau führte dazu, dass sich Lohse den Angriffen der Formalismusdebatte ausgesetzt sah.

Ausstellungen:
1921 Dresden, Kunstausstellung Emil Richter (Sonderausstellung Gemälde, Zeichnungen, Plastiken)
1931 Dresden, Kunstausstellung Kühl
1960 Dresden, Kunstausstellung Kühl
1966 Dresden, Kunstausstellung Kühl
1966 Dresden, Galerie Kunst der Zeit
1980 Bischofswerda, Kreiskulturhaus (Wanderausstellung)
1981 Cottbus, Staatliche Kunstsammlungen
1987 Guben, Kleine Galerie
1985 Dresden, Kunstausstellung Kühl (anlässlich des 90. Geburtstages. Gemälde, Grafik)
1986 Regensburg, Städtische Galerie Regensburg (Werke aus expressionistischer Zeit 1919 – 1921)
1986 Hamburg, Galerie Brockstedt (Werke aus expressionistischer Zeit 1919 – 1921)
1989 München, Galerie Alvensleben
1995 Senftenberg, Galerie im Schloss Senftenberg (Malerei und Zeichnungen aus der Kunstsammlung Lausitz)
1995 Dresden, Galerie Neue Meister (anlässlich des 100.Geburtstages)
1999 Dresden, Kunstausstellung Kühl (mit Erich Gerlach)
2001 Berlin, Dr. Irene Lehr Kunsthandel (Ölbilder und Arbeiten auf Papier)
2004 Museum Bautzen (Ölbilder und Arbeiten auf Papier)
2015 Bischofswerda, Carl-Lohse-Galerie (Expressionismus in Bischofswerda. Anlässlich des 120. Geburtstages und 50. Todestages)
2017/2018 Dresden, Albertinum („Carl Lohse-Expressionist“)

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